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23 février

Von Bussen und Straßenzuständen

Nachdem ja Andi und Doris schon so ihre Problemchen mit den Bussen erzählt ham, werd ich euch auch mal des "Bussystem"- wenn man es denn so nenen kann - näher bringen.

Grundsätzlich ist es hier so, dass es zwar Buslinien und Bushaltestellen gibt, des aber in der Praxis nahezu keine Bedeutung hat. Wenn man mit dem Bus irgendwo hin will, sollte man genau wissen, wo. Wie gesagt gibt es offiziell Bushaltestellen, wenn man aber einen Bus braucht, wartet man am besten an einer Straßenecke und wenn der richtige vorbeikommt, hält man ihn per Handzeichen an. Is auch egal, ob der in der zweiten oder dritten Fahrspur fährt, er bleibt dann einfach stehn und man muss schaun, dass man so schnell wie möglich zum Bus gelangt, um einzusteigen. Und man muss sich wirklich beeilen. Hat man nämlich einen Fuß in den Bus gesetzt, gibt der schon wieder vollgas, und die beschleunigen ordentlich mit ihren wahnsinnig umweltfreundlichen Dieselmotoren. Da heißts dann also erstens schnell sein und zweitens auch schnell was zum festhalten finden. Bleibt noch ein Problem, zahlen sollte man ja auch noch. Des ganze funktioniert hier so, dass man einfach 4 Pesos zahlt, egal ob ma nur 30 Sekunden drin hockt oder einmal die ganze Runde mim Bus mitfährt. So, man steht jetzt also im Bus, versucht irgendwie des Gleichgewicht zu halten und soll jetzt auch noch beim Busfahrer zahlen. Also sollte man möglichst im vorhinein die 4 Pesos passend in der Hand haben. Des mit passend zahlen is überhaupt so a Gschicht in Mexiko. Man kann hier fast nirgendwo einen Betrag von 10 - 30 Pesos mit einem 100 oder 200 Pesos Schein zahlen, die ham einfach kein Wechselgeld. Des is so, als wenn wir daheim was für 1 - 2 Euro kaufen und dann mit am 10er zahlen. --> Andre Länder, andre Sitten.
Nun aber zurück zum Bus. Jetzt habts also ungefähr a Vorstellung, wie man in einen Bus gelangt, bleibt nur noch die Frage wie man den richtigen Bus findet. Is ganz einfach: die Busse ham Nummern, kann ma aber vergessen, bedeutet nicht viel. Neben den Nummern hat auch jeder Bus noch auf der Windschutzscheibe ca. 6 Orte kleben, die er anfährt. Na Bitte, geht doch. Sollte man also wissen wo ungefähr der Ort liegt, zu dem man hin will, damit man sich an den 6 aufgeklebteb Orten orientieren kann, ob die da irgendwo in der Nähe sind, wenns nicht einer von ihnen is. Des beste is also, man hält den vermeintlich richtigen Bus einfach mal an und fragt kurz ob ma mit diesem Bus auch da hinkommt, wo ma hinwill. Ma braucht ja bloß ren mit de Leid!
Jetzt gilt es nur noch ein Hinderniss zu überwinden: woher weiß ma denn wo ma aussteigen soll, nachdem es sowas wie Haltestellen ja eigentlich nicht gibt. Is auch ganz einfach, ma muss einach ganz genau wissen, wo ma hin will und sich dann an Häusern und Straßen orientieren, zum richtigen Zeitpunkt zum Busfahrer vorlaufen und ihm sagen, dass ma an der nächsten Ecke gern aussteigen würde und dann wieder ganz schnell sein, denn der busfahrer hält quasi nicht an, sondern fährt eigentlich im Schrittempo weiter, so dass ma gemütlich aussteigen kann. Und sobald der letzte seinen ersten Fuß auf die Straße gesetzt hat, wird schon wieder beschleunigt. Ausnahmen gibts natürlich für ältere Leute. Also ihr sehts, is ja alles nur halb so schlimm, ma gewöhnt sich dran.

Eine Sache zur Absicherung von Baustellen möcht ich auch noch anbringen. Da bin ich letzte Woche mim Iván aufm Gehsteig mir nix dir nix dahin gegangen, und auf einmal bin ich dann aufm Gehsteig "eingebrochen" und stand bis zum Bauchnabel in einer Baugrube drin. Erkennen, dass da irgendwas is, konnte ma des beim besten Willen nicht. Des war abgedeckt mit Metallplatten, was hier allerdings üblich is auf den Gehsteigen, es versteckt sich also nicht unter jeder Platte eine Baugrube. Gut, unter der eben schon. Is also eine perfekte Stolperfalle gewesen, null Absicherung: kein Band, kein Schild, nix. Hier heißts also nicht nur im Staßenverkehr, sondern auch beim Spazierengehn Augen auf. Hab mir nicht wehgetan, fans eigentlich nur lustig. Baustellen sind hier echt extrem schlecht zu erkennen. Absperrbänder und Lichter existieren nicht und somit muss ma grad in der Nacht genau schaun, wo ma hintritt.

Ansonsten gehts mir hier immer noch bestens, Uni läuft auch gut soweit und Wetter is nach wie vor traumhaft. Inzwischen weiß ich auch schon, was ich Ostern mach. Werd mit unsren Mexikanern nach Puerto Escondido ans Meer fahren, um dort Strandurlaub zu machen. Kuba war dann leider doch zu teuer. Wenns wieder neue Gschichten ausm Tacoland gibt, werd ichs euch wissen lassen.

Hasta luego!
15 février

Hilfe, es ist Valentinstag

Was ist bloß in Mexiko los...?

Man kennt ja den Valentinstag auch bei uns, allerdings spielt er nach meinen Erfahrungen eher eine untergeordnede Rolle im Jahreszyklus der Festivitäten. Na dann schaue man mal nach Mexiko. Des scheint mir ja hier einer der wichtigsten Tage im Jahr zu sein. Man denkt sich ja als durchschnittlicher Mitteleuropäer nicht viel, wenn man am Valentinstag in die Uni geht, allerdings wird man doch schwer überrascht von dem Aufgebot an heliumgefüllten Luftballons aller größen und Formen, Blumensträuße und sonstigen Gebilden aus Plastik und Kuscheltieren jeder Art und Größe.

Da verwandelt sich dann die ganze Straße vor der Uni in einen mobilen Marktplatz. Überall parken Autos mit offenem Kofferraum und verkaufen irgendwas, was man am Valentinstag gebrauchen könnte, eben all diese vorhin genannten Sachen. Aber nicht nur, dass sie nur so dastehn würden, nein, sie versuchens dir natürlich anzudrehn. Oh mein Gott, ich muss hier weg.

Schafft mans dann endlich ins Unigelände zu gelangen, dann erwartet einen der nächste ungewohnte Anblick. Fast ausnahmslos jeder der hiesigen Studenten an der Uni rennt mit einer Rose, Süßigkeiten, Luftballonns, Blumensträußen usw. rum. Und davon aber auch nicht nur mit einer Sache, sondern mit mehreren. Hab sogar einen mit einem Herzen rumlaufen sehn, des so groß war wie ich (kein Scherz).

Ja und nachdem der Tag ja so eine Bedeutung hat, gabs in der Uni auch noch gleich eine Art Markt, wo nochmal desselbe verkauft wurde wie vor der Uni. Dieser Tag ist also fast Ausnahmezustand und daher hält es die Mehrheit auch nicht für nötig, die Kurse zu besuchen. Da saßen wir dann doch glatt zu 4. in meinem Kurs heute. Gnädigerweise wurde dieser dann auch nach der Hälfte beendet, da unser Prof dann eingesehen hat, dass es irgendwie keinen Sinn macht. Naja, andre Länder, andre Sitten.

Es is hier übrigens auch nicht so, dass dieser Tag explizit dem Freund oder der Freundin gewidmet ist, sondern gleich allen Freunden und Bekannten, die man hat. Den Einzelhandel freuts, die Feunde und Bekannten auch.

In diesem Sinne wünsch ich euch auch mal allen einen schönen Valentinstag, auch wenn bei euch inzwischen schon der 15. is.


7 février

Wochenende und erste Klausur

Es gibt mal wieder einiges zu erzählen hier aus dem sommerlichen Mexiko.

Des letzte Wochenende, also für mich von Freitag bi Montag, sind wir des erst mal wirklich raus aus Puebla, und zwar waren wir in Oaxaca, des is ungefähr 4 1/2 Stunden mim Bus von Puebla Richtung Südosten. Gemacht haben wir des ganze, weil unsre Mexikaner hier ausm Haus aus Oaxaca kommen und gemeint ham, dass wir unbedingt dort hin müssen, da es die beste Stadt Mexikos is. Also ham wir nicht lang überlegt und sind mit unsren drei Mexikanern (Iván, Mario und Carlos) am Freitag in der Früh nach Oaxaca gefahrn. "Uns" sind Aloise, Laura (beide F), Santtu (FIN) und ich. Wir Nicht-mexikaner haben beim Mario im Haus übernachtet, was natürlich praktisch für uns war, da wir uns somit die Kosten für die Übernachtungen gespart ham. Die Familie vom Mario is extrem nett und die ham uns umsorgt wie in einem Hotel (des is allerdings wirklich typisch für Mexikaner, die sind einfach extrem gastreundlich).

Zur Reise selbst ist zu sagen, dass Busfahrten hier annähernd Spaß machen. Des System is wirklich super und die Busse sind extremst gut ausgestattet. Viel Beinfreiheit, wahnsinnig bequeme Sitze, mehrere Bildschirme im Bus wo Filme gezeigt werden usw. Is wesentlich bequemer als bei uns mim Zug zu reisen, zumindest 2. Klasse.

Angekommen in Oaxaca hat uns Marios Vater gleich mal abgeholt. Des Haus von denen is wirklich nicht schlecht. Marios Eltern sind beide Zahnärzte und damit gehörst du dann in Mexiko schon zum oberen 1/4 der Gesellschaft. Am Nachmittag warn wir dann dann im Zentrum und sind a bissal rumspaziert. Die Altstädte in Mexiko sind wirklich schön. Des macht einfach Spaß rumzulaufen und die Häuser und Gassen und ca. 100 Kirchen anzuschaun.

Am Abend ham wir dann noch typisches Essen aus Oaxaca gegessen und da es davon so einiges gibt, sind wir eigentlich wärend des ganzen WE nur am Essen gewesen, da wir überall was oaxacanisches probieren mussten. Schmeckt aber auch alles wirklich gut und im Grunde genommen besteht alles aus unendlich vielen verschiedenen Variationen von Tacos.

Am nächsten Tag (Samstag) ham wir dann den kulturellen Teil 1 unsres Wochenendes gehabt. Zuerst sind wir mim Auto nach Tule gefahrn, des is a paar Kilometer weg von der Stadt. Dort steht laut Reiseführer und Wikipedia das größte Lebewesen der Welt, "el arbol de Tule". Is ein gigantischer Baum, wirklich beeindruckend anzuschaun.

Nächste Station war dann Mitla, eine Ruinenstadt aus prähispanischer Zeit. Danach gings dann wieder zurück Richtung Stadt, aber mit einem Abstecher nach Yagul, ebenfalls eine prähispanische Siedlung auf einem Berg mit gigantischer Aussicht aufs Land.

Aber da wir ja schließlich alle Studenten sind, sind wir am Abend natürlich auch noch weggegangen. War ziemlich lustig, sind dann schließlich so um 4 wieder daheim gewesen. Der Nachteil des ganzen war, dass wir am Sonntag wieder um 9 augestanden sind um nach Monte Albán zu fahren. Naja, irgendwie hammas alle gschafft. Monte Albán ist wiederum eine prähispanische Stadt, allerdings von gigantischem Ausmaß. Des ganze liegt auf einem Berg, dessen Kuppe abgetragen wurde, um darauf die Stadt zu bauen. Was des bedeutet hat vor ca. 1500 Jahren kann sich ja jeder vorstellen. Des ganze is eine riesige Fläche mit Pyramiden und sonstigen Ruinen und da des ganze auf einem Berg liegt und nur a paar Kilometer weg is von Oaxaca, hat man auch eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt und die Landschaft drumherum. Allerdings is um diese Jahreszeit alles sehr trocken, da es quasi nie regnet (genau zwei Mal bis jetzt seit ich in Mexiko bin).

Am Montag war dann nciht mehr viel los, warn noch mal in der Stadt, ham uns ein ehemaliges riesiges Kloster angeschaut, dass zu einem Museum umfunktioniert wurde und sind dann schließlich um 3 Uhr Nachmittags wieder zurück nach Puebla gefahrn.

Also warn wir Montag Abend wieder in Mexiko und ich hatte am Dienstag eigentlich 2 Klausuren und noch keinen Strich gelernt. Hab mir zwar schön brav mein ganzes Zeug nach Oaxaca mitgenommen, habs aber nicht einmal angerührt. War ja klar. Also musste ich dann wohl oder übel am Montag Abend/Nacht noch lernen. War dann eltztenendes um halb 3 im Bett und musste um halb 7 wieder aufstehn um meine erste Klausur zu schreiben. War aber eh OK. Um 10 Uhr hätte ich dann eigentlich in nem anderen fach Klausur gehabt, aber an der Tür hing nur ein Zettel, dass unsre Lektorin anscheinend an Unfall hatte und dass die Klausur heut nicht is. So richtig wusste aber niemand, ob der Zettel offiziell war oder nicht. Wir ham dann 15 min gewartet, es kam aber keiner und somit sind wir dann gegangen. Wie des jetzt weiterläuft weiß keiner. Morgen hab ich des Fach wieder. Ob wir dann morgen Klausur schreiben oder ob sie morgen überhaupt kommt weiß keiner so genau. Naja, so läuft des halt in Mexiko an der Uni.

Heute hab ich den ganzen Tag frei, da mein Professor in dem einzigen Fach (Derecho comercial comparado, auf Englisch, unterrichtet von einem Deutschen), des ich heute hätte, diese Woche in Kufstein is, um dort eben dieses Fach in einer Woche Blockveranstaltung an der FH zu unterrichten. Is scho lustig, so klein is die Welt.

So, mehr gibts dann im Moment nicht mehr zu erzählen, werd mich demnächst wieder melden. Fotos kommen natürlich auch noch.